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Verkürzung des Zivildienstes stößt auf Kritik

18. Nov 2009

Ab 2011 soll der Wehrdienst auf sechs Monate verkürzt werden. Dies hat auch eine Verkürzung des Zivildienstes zur Folge. Viele Sozialdienste kritisieren dieses Vorhaben der Regierung. Zivildienstleistende entlasten Pflegekräfte in der zeitintensiven Betreuung von Alten und Kranken. Es müsse schnell über ein Alternativsystem nachgedacht werden. Die Sozialverbände drängen nun auf eine Stärkung der freiwilligen Dienste. Junge Menschen, die ein freiwillig soziales, kulturelles oder ökologisches Jahr absolvieren, bekommen rund 400 Euro weniger Aufwandsentschädigung als die, die eine Zivildienststelle haben. Außerdem gibt es nur eine begrenzte Anzahl der Stellen für einen freiwilligen Dienst. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht in dem Kürzungsvorhaben keine Abwertung oder gar das Aus für den Zivildienst. „Diese jungen Männer sind nicht mehr wegzudenken aus den Altenheimen, den Behinderteneinrichtungen und den Krankenhäusern“ , sagte von der Leyen. Gleichzeitig will die Ministerin über einen Ausbau der freiwilligen Dienste nachdenken. Die Verkürzung des Wehrdienstes und damit des Ersatzdienstes wird keine Auswirkungen auf die Qualität der Pflegeversicherung haben, so die Meinung des pflegepolitischen Experten der FDP-Bundestagsfraktion Heinz Lanfermann. In den Bereichen, in denen Zivildienstleistende tätig sind, arbeiten schätzungsweise rund 3,5 Millionen hauptamtliche Mitarbeiter. Nur etwa 65.000 bzw. 1,8 Prozent seien Ersatzdienstleistende. Diese Stellen werden aber nicht gestrichen, lediglich die Beschäftigungsdauer wird von neun auf sechs Monate verkürzt, so Lanfermann. Rechnerisch bedeute dies, dass statt 65.000 Dienststellen im Jahresdurchschnitt zukünftig rund 43.000 Zivildienstplätze besetzt sein werden. Die faktisch wegfallenden Zivildienstplätze könnten aber zukünftig durch Plätze des Freiwilligen Jahres ersetzt werden.



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