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Jetzt offiziell: Bürokratie verursacht Kosten in Milliardenhöhe. „Kosten sind vollständig aus dem Ruder gelaufen“

04. Apr 2013

Was CAREkonkret bereits vor einigen Monaten berichtete, ist nun offiziell bestätigt: Die Bürokratie in der Pflege verursacht Kosten in Milliardenhöhe. Das geht aus einer Studie des Normenkontrollrats im Auftrag der Bundesregierung hervor, die in der vergangenen Woche im Bundeskanzleramt vorgestellt wurde. Der bürokratische Aufwand bei der Beantragung von Pflegeleistungen sowie bei der Pflegedokumentation schlägt besonders zu Buche: Allein für die Pflegedokumentation entstehen jährlich Kosten von rund 2,7 Mrd. Euro. Mehr als zwei Drittel dieser Kosten entfallen dabei auf das Ausfüllen von Leistungsnachweisen. Die Feststellungen von Pflegestufen verursachen 110 Mio. Euro. Die Kosten für die Antragsverfahren im Bereich der häuslichen Krankenpflege betragen 54 Mio. Euro. „Die Studie zeigt, dass der Handlungsdruck enorm hoch ist: In einem Pflegeheim mit 100 Plätzen kosten die heutigen Anforderungen an die Pflegedokumentation 26 Arbeitsstunden, die für Betreuung und Pflege verloren gehen. Wir können und dürfen es uns in Zukunft nicht mehr leisten, dass von acht Stunden Arbeitszeit im Pflegeheim oder beim ambulanten Pflegedienst eine Stunde nur für die Pflegedokumentation wegfällt“, kommentiert Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), die Studienergebnisse. Die Bürokratiekosten seien „vollständig aus dem Ruder gelaufen“. Die Klagen der Pflegekräfte, dass jeder Handschlag dokumentiert und nachgewiesen werden müsse, sei nun eindeutig belegt. „Jetzt muss Schluss sein mit der Frustration der Pflegekräfte“, so Meurer. Meurer fordert wirksame Maßnahmen zu Entbürokratisierung.

(Quelle: CAREkonkret)



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