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Brysch: „Ein Coffeeshop für Tötung“: Niederländer planen Freitod-Klinik

18. Feb 2011

In den Niederlanden wird die Eröffnung einer Freitod-Klinik geplant. Das Krankenhaus soll Patienten begleiten, die sterben möchten. Diese Pläne gehen vielen niederländischen Ärzten zu weit. Scharfe Kriritk kommt aus Deutschland. „Niemand ist verpflichtet zu leben.“ Unter diesem Leitsatz kämpft in den Niederlanden eine Bürgerinitiative für ein fast uneingeschränktes Recht auf Freitod. Die Kampagne wird von der weithin respektierten „Niederländischen Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“(NVVE) mit 20 hauptamtlichen Mitarbeitern und mehr als 100 000 Mitgliedern, unter ihnen nicht wenige Prominente, getragen. Ihr neuestes Projekt: Eine Freitod-Klinik, in der sich pro Jahr bis zu 1000 Menschen „würdig“ töten können. Nach Angaben der Vereingung werden die Patienten der Freitod-Klinik selbst entscheiden können, ob sie selbst ihr Leben beenden möchten oder diesen Schritt in die Hände des Arztes legen. Seit 1973 tritt die NVVE, die über ein Millionenbudget aus Spenden verfügen soll, für einen gesetzlichen Anspruch von Menschen jenseits der 70 auf den Freitod ein – ganz egal, ob sie krank sind oder nicht. Ihren bislang größten Erfolg feierte sie 2002, als die Niederlande als erstes Land der Welt aktive Sterbehilfe per Gesetz erlaubte. Hollands Medizinerverband KNMG sprach sich gegen die Pläne aus und warnte vor „einem Tunnelblick, bei dem der Tod der einzige Ausweg ist“. Auf scharfe Kritik stieß das Vorhaben sofort bei Suizidgegnern in Deutschland. „Das wäre ein Coffeeshop für Tötung“, sagte Eugen Brysch von der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung. „Mit den Möglichkeiten, die da geboten werden, wird praktisch ein Druck aufgebaut, dass Menschen aus dem Leben scheiden sollen, weil sie vielleicht anderen zur Last fallen. Solcherart Zwang, sich zu töten, kann kein Konzept für eine menschliche Gesellschaft sein.“



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